
Zwei Gebäude, ein Ensemble. Das mittelalterliche Torhaus und das Gasthaus, das seit 1830 auf den Fundamenten des Burgturms steht.

Die ehemalige Burgschänke Kock besteht aus zwei Gebäudeteilen, dem historischen Burgtor und dem Gaststättengebäude selbst.
Das heutige Burgtor ist ein quadratisches, zweistöckiges Gebäude aus Bruchstein mit einem Zeltdach und einer Durchfahrt mit Spitzbogen auf der Ostseite sowie einem neueren Rundbogen zur Burginnenseite hin.
Das erste Torhaus der Landesburg Nienborg, bereits 1310 urkundlich genannt, wurde 1614 bis 1616 durch einen Neubau mit einer Wohnung im Obergeschoss ersetzt. Teile des alten Gebäudeuntergeschosses mit der spitzbogigen Durchfahrt blieben dabei erhalten. Dem Torhaus vorgelagert war eine Zugbrücke, die im 18. Jahrhundert durch eine steinerne Brücke ersetzt wurde.
1750 wurde das Obergeschoss zur Gerichtsstube für das Patrimonialgericht der Burgmänner ausgebaut und als solche bis zur Auflösung des Burgmannengerichts 1811 genutzt. Als sich die Burgmannenkorporation 1811 und 1812 auflöste, verkaufte sie das Burgtor zusammen mit dem noch stehenden Rest des nebenstehenden Burgturms an den Kaufmann Joseph Winkelhaus.
1906 wurde das Burgtor durch einen Brand der damaligen Gaststätte Hoffkamp stark beschädigt. Das Dach wurde erst 1951 in der heutigen Form wiederhergestellt. Zeitweise diente das Turmzimmer als Jugendheim.
Neben dem Burgtor stand seit dem Mittelalter ein hoher, mehrstöckiger Burgturm, erstmals nachgewiesen 1351. Auf der Burginnenseite waren das Pförtnerhaus und eine Waffenkammer angebaut, davor lag ein Gerichtsplatz der Burgmänner. Im Untergeschoss des Turmes gab es ein Gefängnis, dessen vergittertes Fenster in der Durchfahrt des heutigen Torhauses noch erhalten ist.
1773 wurde dieser massive Burgturm weitgehend abgebrochen. Seine Grundfläche und die Reste des Gebäudes wurden 1812 mit dem Burgtor an Joseph Winkelhaus verkauft. 1830 wurde die Ruine endgültig abgebrochen und auf ihren Fundamenten ein neues Wohnhaus errichtet.
Wenig später ging das Haus auf die Familie Zeppenfeld über, die hier seit den 1840er Jahren eine Gastwirtschaft betrieb. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts übernahm die Familie Hoffkamp, 1981 die Familie Kock. Das Gaststättengebäude selbst fiel 1906 einem Brand zum Opfer und wurde neu errichtet. Seitdem hat sich das Gebäude in seiner äußeren Gestalt kaum verändert.

Wie aus dem leerstehenden Gasthaus ein Ort für Geschichte und Gemeinschaft wurde.